Etappe 4

Bernburg - Dessau-Roßlau

Bernburger Bär. Bach. Bauhaus.

Durch eine der ältesten und kleinsten Kulturlandschaften Deutschlands führt die Etappe von Bernburg nach Dessau, in der mehrere Fürstenhäuser ihre Spuren hinterlassen haben. Das einstige Fürsten- und Herzogtum sowie der Freistaat Anhalt gaben dem heutigen Bindestrichland Sachsen-Anhalt seinen Namensteil. Die Menschen, die zwischen der Mosigkauer und der Dübener Heide lebten, setzten im Laufe von acht Jahrhunderten über die Region hinausreichende Impulse.


Vom einst adligen Glanz zeugt auf einem hohen Sandsteinfelsen in der Saalestadt Bernburg ein prächtiges Renaissanceschloss, die „Krone Anhalts“. Das vollständig erhaltene Residenz- und Wohnschloss der Fürsten und späteren Herzöge von Anhalt-Bernburg erhielt im 16. Jahrhundert sein heutiges Antlitz. Der schon aus dem 12. Jahrhundert stammende Bergfried trägt den Beinamen „Eulenspiegelturm“, da der berühmte Schalk Till Eulenspiegel auf Schloss Bernburg einst Turmwächter gewesen sein soll. Im ehemaligen Burggraben leben seit Mitte des 19. Jahrhunderts Generationen  von Braunbären. Der Bär ist in Anhalt das Symboltier. Er ziert stolz das Wappen hiesiger Städte und auch das des Landes Sachsen-Anhalt.

Der musisch begabte Fürst Leopold von Anhalt-Köthen holte den bekanntesten und bedeutendsten Virtuosen der Barockzeit, Johann Sebastian Bach, an seinen Hof. In der schönen Stadt in Anhalt verbrachte der große Musiker von 1717 bis 1723 als Kapellmeister die wohl kreativste Zeit seines Lebens. In Köthen entstanden die Brandenburgischen Konzerte, Sonaten für Violine, Suiten für Violoncello, Französische und Englische Suiten und das Wohltemperierte Clavier I.

1821 ging Samuel  Hahnemann als herzoglicher Leibarzt nach Köthen, wo ihm erstmalig das Dispensierrecht als Privileg eingeräumt wurde. Neben seinen Forschungen durfte er damit auch die Medizin selbst herstellen. Sein Wohnhaus, die Ausstellung im Schloss und die Europäische Bibliothek für Homöopathie zeugen  heute von den 13 Jahren seines wissenschaftlichen Wirkens in Köthen.

In der Johanniskirche Dessau sowie in der Agnuskirche in Köthen befinden sich zwei deckungsgleiche Fassungen von jenem Abendmahl von Lucas Cranach d. J. Als Jünger Jesu aufgereiht finden sich hier reale Personen aus der Reformationszeit, darunter neben Martin Luther und Philipp Melanchthon auch der erste evangelische Bischof und Fürst von Anhalt, Georg III.

 

Schloss Mosigkau - Perle des Rokoko im Gartenreich

Der wohl berühmteste Anhaltiner, Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau, ging als „Der Alte Dessauer“ mit einem Faible für Drill, Exerzieren, Gehorsam und Tapferkeit in die Geschichte ein. Doch der preußische Generalfeldmarschall war auch ein liebevoller und besorgter Vater. Seiner Lieblingstochter Anna Wilhelmine schenkte er zwei Güter in Mosigkau, deren Einnahmen ihr wirtschaftliche Unabhängigkeit ermöglichten. Die Prinzessin ließ sich dort einen Sommersitz errichten.

Schloss Mosigkau zählt zu den letzten weitgehend erhaltenen Rokokoensembles Mitteldeutschlands. Den Höhepunkt der innerhalb des Schlosses zu besichtigenden Räume bietet der Galeriesaal mit einer wunderbaren Gemäldesammlung. Vor den hohen Fenstern des Galeriesaales liegt der kleine Lustgarten mit im Sommer farbenfrohem Blumen-Parterre und exotischen Kübelpflanzen, Heckenpartien mit Kegelbahnlaube, einem Fischteich und einem Irrgarten. Zwei wie Torhäuser am südlichen Zugang gelegene Orangerien beherbergen die zum Teil jahrhundertealten Kübelpflanzen.

 

Bauhausstadt Dessau-Roßlau

Die Stadt Dessau-Roßlau und ihre Umgebung ist für Kultur- und Naturfreunde gleichermaßen ein lohnendes Reiseziel. Gleich mehrere UNESCO-Welterbestätten, wie das Bauhaus, eine Ikone der Moderne, und das Gartenreich Dessau-Wörlitz mit seinen einzigartigen Schlössern und Parkanlagen, liegen auf engem Raum  beieinander.

Der gesamte Landstrich, von Wiesen und Wäldern an den Flüssen Elbe und Mulde geprägt, wurde von der UNESCO als Biosphärenreservat Mittelelbe unter Schutz gestellt.

Die Geschichte von Dessau ist untrennbar mit vielen großen Namen verbunden. Kurt Weill, Wilhelm Müller und Moses Mendelssohn wurden hier geboren. Technikfreunde können im Technikmuseum Hugo Junkers eine JU 52 bestaunen, Theater- und Musikliebhaber sind herzlich eingeladen, das Anhaltische Theater  oder das jährlich stattfindende Kurt Weill Fest zu besuchen. Nicht zu vergessen Walter Gropius, der 1925/26 in Dessau nicht nur das berühmte Bauhausgebäude errichten ließ, sondern auch die kleine Siedlung der Meisterhäuser, in der Künstler wie Paul Klee, Wassily Kandinsky und Lyonel Feininger lebten und arbeiteten.

Seit 1996 gehören das Bauhaus und die Meisterhäuser zum UNESCO-Weltkulturerbe. 1994–2001 erhielten die zu DDR-Zeiten stark verfallenen und umgebauten  Meisterhäuser Klee, Kandinsky und Schlemmer nach Rekonstruktion ihr Gesicht zurück. Aber jahrelang wurde darüber gestritten, ob und wie die kriegszerstörten Häuser Gropius und Moholy-Nagy wieder aufzubauen wären. 2010 wurde beschlossen, diese Meisterhäuser nicht 1:1 wieder zu errichten, sondern mit den Mitteln  der zeitgenössischen Architektur zu rekon struieren. So sind sie nun in einer innovativen Reduktion und in Abstraktion des Ursprungbaus wieder entstanden. Über  das Bauhausgebäude und die Meisterhäuser hinaus sind weitere historische Bauhausbauten über das ganze Dessauer Stadtgebiet verteilt.

 

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Tel. 03491 - 402 610
 

Streckenverlauf der 4.Etappe


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