Etappe 2
Thale - Gatersleben

Harz. Romanik. Anhalt.

Die Etappe Thale-Gatersleben bietet vielerlei Gründe, die Route vorübergehend zu verlassen, um die Region zu entdecken. Schroffe Granitfelsen, Mischwälder und das wildromantische Bodetal laden im Harz zu verschiedenen Aktivitäten ein. Los geht es im Bodetal, dessen Bikearena für Pedalritter aller Art etwas zu bieten hat: für Familien einen gemütlichen Ausflug mit dem Rad, für Sportler Rennradtouren durch die Berge, für Offroader spannende Mountainbike-Erlebnisse und für  Adrenalinjunkies eine rasante Fahrt auf der Downhillstrecke von der Rosstrappe hinab ins Tal.


 Die Rosstrappe gilt als eine der großartigsten Felspartien nördlich der Alpen. Zahlreiche Sagen und Mythen ranken sich um die legendäre Vertiefung, die einem riesigen Hufabdruck ähnelt. Die bekannteste Sage erzählt vom Riesen Bodo, vor dem sich die reitende Prinzessin Brunhilde mit einem gewagten Sprung über die tiefe Schlucht auf den gegenüberliegenden Felsen rettete. Dort hinterließ der Aufprall des Pferdehufes einen tiefen Abdruck im Fels, der daher „Roßtrappe“ heißt.

Eine andere Geschichte erzählt Sachsen-Anhalts „Straße der Romanik“. In Form einer Acht zieht sie sich durch das Land, führt in 65 Orten zu 80 Klöstern, Domen, Dorfkirchen, Burgen und Schlössern. Vom Europaradweg aus gut erreichbar sind zum Beispiel bedeutende romanische Bauwerke, wie die Stiftskirche St. Cyriakus Gernrode – nahezu unverändert aus ottonischer Zeit stammend mit einer Nachbildung des Heiligen Grabes – oder die Stiftskirche St. Servatius in der Weltkulturerbestadt Quedlinburg. Entlang der „Roseburg“ bei Rieder mit ihrem märchenhaften Park erreicht man das Schloss Ballenstedt mit der Klosterkirche und der Grablege „Albrecht des Bären“. Ballenstedt gilt als Wiege Anhalts, denn die Burg Anhalt, die sich Ballenstedter Grafen im Selketal erbauen ließen, gaben dem  Fürstenhaus seinen Namen. Weiter geht es nach Meisdorf, wo das liebliche Selketal, die Burg Falkenstein und der Landschaftspark Degenershausen locken. Vorbei  an der romanischen Konradsburg Ermsleben erreicht man die Stadt Seeland. Teile des heutigen Stadtgebiets Seeland waren bis zur Trockenlegung Bestandteil des großen Aschersleber Sees. Im Zuge der Rekultivierung dieses Gebietes entstand eine großzügige Wasser- und Naherholungslandschaft.

Von hier aus lohnt auch ein Ausflug in die „Neo-Rauch-Stadt Aschersleben“.

 

Schön, geistreich und berühmt – Quedlinburger Stiftsfrauen

Den Ruhm Quedlinburgs als Königspfalz der Ottonen begründeten zwar Männer, doch ihre Frauen und Töchter schrieben die Geschichte. Nach dem Tod Heinrich I. erwirkte Mathilde von ihrem Sohn Otto I. die Gründung eines Damenstiftes. Mit einer kleinen Geschichte möchten wir Sie neugierig machen:

Ende des 17. Jahrhunderts zogen mit der einstigen Mätresse des Sachsen-Königs August dem Starken Marie Aurora Gräfin von Königsmarck (1662– 1728) Eleganz und Esprit im Stift Quedlinburg ein. Für Voltaire war sie „die berühmteste Frau zweier Jahrhunderte“. Durch ihr Engagement und diplomatisches Geschick gelang es ihr, als Pröbstin gewählt zu werden. Ein weiterer Aufstieg zur Äbtissin wurde ihr durch verschiedene Stiftsdamen verwehrt. Die geistreiche und charmante Aurora unternahm viele Reisen und pflegte Beziehungen nach Italien, Frankreich und in verschiedene deutsche Herrscherhäuser. Der Ruf ihrer Schönheit überdauerte sogar ihren Tod. Als die Särge in der Fürstengruft der Quedlinburger Stiftskirche einmal geöffnet wurden, soll an der mumifizierten Leiche Auroras deren einstige Schönheit noch erkennbar gewesen sein. Erst Rosen, die ihr Besucher auf die Brust legten, drohten der toten Schönen zum Verhängnis zu werden. Mit den Blumen gelangten Insekten auf die Mumie und begannen ihr zerstörerisches Werk. Ihren längst wieder geschlossenen Sarg aber können Sie beim Besuch der Stiftskirche in der Fürstengruft nach wie vor sehen und in der Krypta, der Grabstätte König Heinrich I. und seiner Gemahlin Mathilde, auch die Grabplatten der Quedlinburger Äbtissinnen. Quedlinburgs gesamtes architektonisches Erbe gehört zum UNESCO-Welterbe und macht die Stadt zu einem der größten Flächendenkmale in Deutschland.

Abstecher nach Quedlinburg: R1 bei Neinstedt nach Norden > Neinstedter Anstalten > Bahnübergang und L 92 > unter Brücke > Aller-Harz- Radweg > Quedlinburg > Aller-Harz-Radweg > Quarmbeck > Bückemühle > R1 bei Gernrode

Weitere Informationen für Ihren Harzurlaub


Harzer Tourismusverband e.V.
Marktstraße 45
38640 Goslar

Streckenverlauf der 2.Etappe


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